Silvia's Kräutergenuss

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Juni 2018 - Hirtentäschel

Capsella bursa pastoris

Wie kam das Hirtentäschel zu seinem Namen?
Lat. capsa = Kapsel, bursa = Tasche, pastor = Hirt, da die Schötchen wie die Taschen der früheren Hirten geformt sind.
Im Mittelalter nannte man das Hirtentäschel sanguinaria, denn man wusste bereits, dass es Blutungen stillen kann wie
keine andere Pflanze.
Seitdem sind seine blutstillenden Eigenschaften von den Pharmazeuten experimentell bewiesen worden.
Man kann es gegen Verletzungen, offene Wunden, gegen Blutspucken und für einen Erst-Hilfe-Verband verwenden;
die Bluter tun gut daran, ständig etwas davon bei der Hand zu haben.
Bei Verletzungen, wo Blut fliesst, lege man sofort zerstossenes, frisches Hirtentäschel auf, bei Nasenbluten binde man sich einen Wisch Hirtentäschel um Hals und Nacken, laut Kräuterpfarrer Künzle. Hilfreich bei häufigem Nasenbluten ist auch ein Tee; eine kleine Handvoll Pflanzen auf einen Liter Wasser. Trinken Sie 3-4 Tassen täglich davon, Kinder nur eine Tasse. Noch einfacher ist es, einen Tampon mit dem Absud zu tränken und ihn in die Nase zu stecken. Tee oder Sitzbäder bei zu starker oder unregelmässiger Periode z.B. in der Pubertät oder in den Wechseljahren und Hämorriden. Kompressen, die mit dem Tee getränkt werden, helfen bei oberflächlichen Hautverletzungen, werden aber auch unterstützend bei Schuppenflechte oder Ekzemen aufgelegt.
Als Spülung oder zum Gurgeln wirkt es desinfizierend auf Mund- und Rachenraum.
Im Alltag allerdings gilt es als Unkraut, das auf allen Plätzen gedeiht, an Wegen, auf Schutthaufen, in Wiesen, Gärten und Rebbergen.
Gesammelt werden die jungen noch zarten Blätter der Grundrosette vor der Blüte. Man kann sie als Salat, Gemüse oder Suppe zubereiten. Eine Variante wäre sie als Mischgemüse mit anderen Wildkräutern z.B. mit Sauerampfer zu geniessen. Es muss nicht immer Majoran, Basilikum oder Oregano auf Ihrer Pizza sein, wie wäre es, sie mit den Blättern und Triebspitzen des Hirtentäschels zu garnieren. Ein Butterbrot einmal anders belegt, versuchen Sie es doch mit dem Hirtentäschel. Für Smoothies eignen sich die Blätter, Stängel und Blütenstände.
Die Blüten und Samentaschen sind eine würzige Dekoration.

Die knospigen Blüten (März bis Juni) können Gemüse beigegeben oder roh in Salate gemischt werden. Die Samen mit Salz und Essig vermengt, geschrotet oder gestampft, ergeben ein senfartiges Mus, da im Hirtentäschel Senföle enthalten sind.
Einer seiner Volksnamen lautet deshalb auch Bauernsenf.
Die Wurzel hat einen ingwerartigen Geschmack. Sie wird gereinigt, getrocknet und pulverisiert als Gewürz verwendet.
Die Samenschoten schmecken leicht nussig. 

Was man beim Hirtentäschel beachten muss, es darf nicht in der Schwangerschaft verwendet werden, erst wenn die Geburt ansteht, weil es Wehen fördert. Sonst kann es zu einer Fehlgeburt führen.

 

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