Silvia's Kräutergenuss

Kontaktanfrage

März 2018 - Krokusse


Bald ist es wieder soweit und in Gärten und Parks können wir die schönen Krokusse bestaunen, am stärksten verbreitet sind Sorten des Frühlings-Krokus (Crocus vernus) sowie grossblütige Zuchthybriden vor allem aus dem Gold-Krokus (Crocus chrysanthus), Balkan-Krokus (Crocus flavus) und dem ursprünglich recht zierlichen Elfen- oder Bauern-Krokus (Crocus tommasinianus).
Die Farbenvielfalt reicht von weissen, rosa-weiss-geaderten über zahlreiche Blau- und Violetttöne bis hin zu den gelben Varianten.

Einige Arten blühen bereits im Herbst und bilden die Früchte im darauffolgenden Frühjahr. Eine wirtschaftlich bedeutsame Krokusart ist der Safran (Crocus sativus), von dessen griechischem Namen krókos, das lateinisch-deutsche Wort Krokus stammt. Er wird im Mittelmeerraum, in Persien und Indien zur Gewürzgewinnung angebaut, er geht wohl auf den in Griechenland wild wachsenden Crocus cartwrightianum zurück. Bereits die Sumerer haben vor mehr als 5.000 Jahren Safran angebaut. Die alten Griechen, Inder, Römer und andere Bewohner im Orient benutzen ihn vor über 2000 Jahren. Er war auch in dieser Zeit sehr wertvoll, sodass nur die Reichen oder Herrscher ihn verwenden konnten. Er hatte je nach verwendeter Menge eine Wirkung wie Opium. Man mischte ihn in Wein um in eine gelockerte Stimmung zu geraten. 
Er lässt sich auch im kühleren Klima kultivieren, und seit dem 15. Jahrhundert wurde er immer wieder in Deutschland, der Schweiz, Österreich und in England (Cornwall) angebaut. So verdankt die kleine Stadt Saffron Walden in Essex ihren Namen dem Safrananbau, der hier seit dem 16. Jahrhundert betrieben wurde. Die meisten dieser Anbaugebiete wurden im 18. Jahrhundert aufgegeben. Seit einigen Jahren erleben die Safranfäden aus der Schweiz ein Comeback. So ist besonders das kleine Bergdorf Mund im Wallis für Schweizer Safran bekannt. Schon seit dem 14. Jahrhundert hat der Safrananbau hier Tradition und
das «rote Gold» wird auf 1200 Metern geerntet. Doch erst 1979 wurde der Safrananbau in dem Dorf wiederbelebt. Die Einwohner gründeten eine Safranzunft, um den rückläufigen Anbauflächen entgegenzuwirken. Im Aargau hat sich der Safrananbau seit 2007 erfolgreich etabliert. Unter dem Label „Aargauer Safran“ wird inzwischen die schweizweit grösste Ernte gewonnen. In weiteren Schweizer Kantonen (Appenzell, Bern, Freiburg, Luzern, St. Gallen und im Tessin) wurde ab 2010 mit dem Safrananbau begonnen.
Safran kann keine Samen ausbilden und wird deshalb ausschliesslich über die Knollen vermehrt und verbreitet. Die Safranblüten werden unmittelbar nach dem Aufblühen gepflückt, die langen Narben in Handarbeit herausgezupft und dann getrocknet. So gewinnt man aus rund 100.000 Blüten ein Kilogramm Safran. Safran ist das teuerste Gewürz der Welt.

Für die enorme Färbekraft des Safrans sind gelbrote Carotinoide verantwortlich, für den Duft und den leicht bitteren Geschmack das ätherische Öl Safranol und Safranbitter (Picrocrocin). Nicht umsonst verwendete man ihn früher zum Einfärben von Kleidungsstücken und im Kinderlied „Backe, backe Kuchen“ heisst es: „Safran macht den Kuchen gel.“ In der mitteleuropäischen Alltagsküche wird Safran kaum mehr verwendet, in mediterranen Klassikern wie Risotto Mailänder Art, Bouillabaisse oder Paella darf er aber keinesfalls fehlen und auch in der persischen und indischen Küche ist Safran unverzichtbar.
Auch als Heilpflanze hat er einiges zu bieten, er hat eine schleimlösende Wirkung, man benutzt ihn bei Asthma, Erkältungen und Keuchhusten. Durch seine beruhigende Wirkung fördert er den Schlaf. Wissenschaftliche Studien bewiesen, dass durch die Einnahme einer Safrantinktur (diese bekommen Sie in der Apotheke) über 8 Wochen die Depressionen zurück gingen. Er wirkt gegen Menstruationsbeschwerden und PMS. Iranische Forscher bestätigen, dass bei einer regelmässigen Einnahme die Symptome von Alzheimer reduziert werden. Safran kräftigt das Herz, ein geschwächtes Herz kann bei regelmässiger Einnahme stabilisiert werden. Schon vor vielen Jahren wurde entdeckt, dass Safran auch die Leber- und Nierenfunktion sinnvoll unterstützen kann. Der Entgiftungsprozess wird angeregt. Er eignet sich nicht nur für die Innerliche, sondern auch für die äusserliche Anwendung. Bei schlecht heilenden Wunden, eignen sich Umschläge aus einer Tinktur von Safran. Diese Tinktur fördert und regt die Wundheilung an. Die Tinktur kann ganz einfach selber angesetzt werden. Es reicht aus, ein Baumwolltuch mit der Tinktur zu tränken und auf die Wunde zu legen. Das Tuch bleibt für einige Zeit auf der Wunde und schon kann der Heilungsprozess in Gang gesetzt werden. Eine besonders wirksame Methode den Safran zu verarbeiten ist die Herstellung eines Tees. Der Tee hat eine schmerzlindernde Wirkung und wirkt leicht stimmungsaufhellend. 3-4 Safranfäden mit heissem Wasser übergiessen. Die kleine Menge ist Dank des hohen Wirkstoffgehalts und der Intensität des Aromas ausreichend und sollte auch nicht sehr überschritten werden. Den Tee10 Minuten ziehen lassen, die Fäden entfernen. Er hilft bei nervöser Anspannung und trägt zur Steigerung des Allgemeinbefindens bei.
Pro Tag sollten nicht mehr als zwei Tassen getrunken werden.
Safrantinktur: Max. 10 -15 Tropfen pro Tag.
In höheren Dosen wirkt Safran giftig, früher wurde er sogar für Abtreibungen verwendet.
Die tödliche Menge liegt bei 10 bis 20 Gramm.
Eines meiner liebsten Reiszubereitungen ist der persische Reis: der Reis wird bissfest gekocht, dann abgeseiht, Olivenöl in den Topf, leicht mit Salz bestreuen und mit Kartoffelscheiben auslegen, den Reis darauf geben. Um den Deckel kommt ein Tuch, bei mässiger Hitze gart der Reis nun fertig und die Kartoffelscheiben werden gebraten (ca. 20 Minuten). Im Mörser wird der Safran mit etwas Salz zerrieben und mit wenig heissem Wasser aufgelöst. Dies wird über den fertigen Reis gegeben.
Mh, dieser Duft!!!!

Hier habe ich noch ein feines Rezept gefunden:
Morzarella im Safran - Mantel
In ein goldgelbes Gewand aus Safran gehüllt, ist der weisse Mozzarella kaum wiederzuerkennen. Mozzarella kann mehr, als immer nur mit Tomaten und Basilikum in Verbindung gebracht zu werden oder auf der Pizza.
250 g Mozzarella, 0,1 g Safranfäden,1 Prise Salz, 150 g Weißmehl, Wasser, Semmelbrösel nach Bedarf, Olivenöl zum Braten.
Mozzarella in Scheiben schneiden, Safranfäden im Mörser zerreiben und mit vier Esslöffeln leicht gesalzenem Wasser mischen, das Mehl und Wasser dazu geben, rühren bis ein flüssiger Teig entsteht. Mozzarella-Scheiben im Teig und anschliessend in den Semmelbröseln wenden. In einer Pfanne goldbraun braten. Der Mozzarella kann sofort heiss gegessen werden, schmeckt aber auch lauwarm oder kalt. Hierzu passt vorzüglich ein Bett aus verschiedenen Salaten oder ganz einfach Weissbrot mit Butter.

Zum Schluss noch einen Tipp was die Verwechslung von Pflanzen angeht!
Herbstzeitlose und Krokus.
Die Herbstzeitlose zählt zu den Liliengewächsen (Liliales), während der Krokus den Schwertlilien (Iridaceae) zugeordnet ist. Es besteht daher keine botanische Verwandtschaft. Der Volksmund bezeichnet die Herbstzeitlose als Giftkrokus. In allen Teilen ist das hoch toxische Alkaloid Colchicin enthalten, das bereits in kleinen Mengen Vergiftungserscheinungen auslöst bis hin zum Tod.
Erkennungsmerkmale: Herbstzeitlose 6 Staubblätter, 3 beim Krokus, Zwiebelknollen sind mehr als doppelt so gross wie Krokus-Zwiebeln.
Wenn sich die frühlingsblühenden Krokusse im Garten in Szene setzen, haben sich die Blüten von Herbstzeitlosen längst in kleine Fruchtkapseln verwandelt. Verwechslungsgefahr besteht somit vornehmlich mit Herbst-Krokussen, wie dem Pracht-Krokus (Crocus speciosus).
Im Frühling kann es zu Verwechslungen mit den Blättern des Bärlauchs kommen.

1. Herbstzeitlose                                                2. Safran
(Bild 1-3 stammen Quelle: Google)


3. Blätter Herbstzeitlose         4. Bärlauch
Bärlauch finden Sie bei: Pflanze des Monats April 2013

 

 

Copyright © 2016. All Rights Reserved.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok